Hope 4 German OpenData

5. Mai 2010 0 Von admin

originally posted as comment on http://www.gov20.de/open-data-im-kommen/

Die gestrige D21 Veranstaltung zum Thema „Das ‚Ich‘ in der digitalen Welt“ hat auch Hoffnung gemacht für OpenData. Ein äußerst vorwärtsgewandter Datenschützer (Thilo Weichert ist m.E. einer der hellsten Köpfe auf dem Gebiet, den wir in Deutschland haben) und auch das BMI stellen nicht in Frage, ob OpenData richtig und sinnvoll ist. Wenn das BMI mal seine großen Kühe vom Eis hat – also den neuen Personalausweis und DeMail – dann ist hoffentlich Luft vorhanden, auch mal intensiver über eine deutsche OpenData-Direktive nachzudenken – übrigens auch ein tolles Thema für den neuen IT-Planungsrat von Bund, Ländern und Kommunen. Liegt aber auch sehr an uns allen – Bürgern und Wirtschaft – den Bedarf immer wieder klar zu formulieren und die Öffnung einzufordern, zum Beispiel unmittelbar bei de Maizière in der Netzpolitik-Diskussion und gegenüber der neuen Enquete Kommission.
Wir müssen die Verwaltung davon abbringen, erstmal selber darüber nachzudenken, welche ihrer Daten wohl für eine wirtschaftliche Verwendung geeignet seien und am besten noch, welche Geschäftsmodelle eventuell denkbar wären. Wir müssen zum Ansatz kommen “Here’s the data, have fun”. Klar, einen Vorfilter “Schutz von Privatsphäre, Geschäftsgeheimnissen und öffentlicher Sicherheit” muss es geben… aber das ist eben auch der Einzige.
Es gilt zu verhindern, dass wieder mit Gebührentatbeständen künstliche Hürden aufgebaut werden, die OpenData unattraktiv machen. Haben wir ja beim Informationsfreiheits- und auch beim Informationsweiterverwendungsgesetz erlebt.

Niemand fordert im Moment Realtime-OpenData. Da wären in der Tat einige Kosten für Zugriffschutz und sonstige Sicherheits-Härtungen in den Behörden zu erwarten… in ersten, fulminanten Schritten würde uns ja schon genügen, wenn
a) jede Behörde mal einen Katalog veröffentlicht, über welche Daten sie überhaupt verfügt und
b) sich auf partizipative, öffentliche Diskussionen einlässt, ob und in welcher Aktualität und in welcher Prioritätsfolge die Daten dann in Rohform – aber mit einer für Otto-Normalbürger verständlichen Ontologie – veröffentlicht werden sollen.

Wenn wir das mal hätten…

… wäre es vielleicht nicht undenkbar, dass Wirtschaftsunternehmen ein paar Business Cases durchrechnen und zu der interessanten Idee kommen: “Wenn es grade keine Haushaltsmittel der Verwaltung für die Umsetzung von OpenData-Projekten gibt, wir aber volks. und betriebswirtschaftlich vielversprechenden Ideen haben… warum schaffen wir dann keinen Projektfond, um die Datenschätze gemeinsam mit der Verwaltung zu heben und konkrete Projekte zu organisieren?” Umsetzung von OpenData als konkrete Public-Private-Partnerships…

Aber Thilo Weichert hat Recht… am Anfang steht der Wille und die Einsicht der Verwaltung, ihre Datenschätze der Allgemeinheit zur Wertschöpfung zur Verfügung zu stellen.

Here’s the data – have fun, make money!

Wir kommen weiter, langsam, aber gewaltig…